Warum Baukastenwaschmittel eine richtig gute Idee ist

Der Gedanke hinter Baukastenwaschmittel ist so einfach wie anspruchsvoll: so viel Reinigungseffekt wie nötig und so wenig schädliche Chemie wie möglich. Schau dazu doch mal auf die Waschmittelpackung, die du verwendest: Wie lang ist die Inhaltsstoffliste?
Moderne Vollwaschmittelpulver enthalten viele Vertreter chemischer Substanzen aus den Kategorien Tenside, Wasserenthärter, Waschalkalien, Enzyme, Entschäumer, (sinnlose) Füllstoffe sowie Bleichmittel, Bleichaktivatoren, optische Aufheller, Farbstoffe und Duftstoffe. Flüssige Varianten sind noch schlimmer. Doch wozu muss eigentlich bei kaum verschmutzter Wäsche jedes Mal das komplette Arsenal an Reinigungs- und Hilfsstoffen verschossen werden? Überleg doch mal: Wie häufig ist deine Wäsche so richtig dreckig?
Das Problem: Mit sehr vielen Waschmittel-Substanzen werden auch Kläranlagen kaum fertig, mit etlichen Enthärtern, Farbstoffen und Duftstoffen zum Beispiel. Davon abgesehen, schaden manche Stoffe den Textilien: Farben werden ausgebleicht, Baumwolle angegriffen, Wolle verfilzt.
Doch dagegen gibt es ja auch Abhilfe…! All die anderen Kartons und Plastik-Flaschen im Verkaufsregal: Spezialwaschmittel. Jedem Wäschestück sein Waschmittel! Für Schwarzes, Buntes, Baumwolle, Feines, Wolle und Seide, Daunen, Sport- und Funktionstextilien. Die Stofflisten ähneln denen der Vollwaschmittel teils frappierend oder sind noch länger. Warum nicht gleich selbst zusammenstellen? Nur weil es so bequem ist?
Ressourcen lassen sich nur schonen, indem man sie sparsam einsetzt und die natürliche Regeneration unterstützt, das ist nachhaltig. Waschmittel im Baukastensystem sind dafür ein super Beispiel: das Notwendige an Basiswaschmittel und wirklich nur bei Bedarf Wasserenthärter und Fleckentferner hinzudosiert. Diese erhellend simple Idee für nachhaltiges Waschen ist gar nicht mal so neu.

Ein kleiner Abstecher in die Waschmittelgeschichte

Schon seit 1964 müssen Tenside (synthetische waschaktive Substanzen) laut Gesetz zu mindestens 80 Prozent – heute 90 – biologisch abbaubar sein. In Waschmitteln genauso wie in sonstigen Reinigungs- oder Körperhygienemitteln, deren Hauptwirkstoffe immer Tenside oder Seifen sind. Dadurch konnten die damals allgegenwärtigen Schaumberge an Seeufern, wie auch in Fließgewässern eingedämmt werden. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass bis zu 10 Prozent nach der Kläranlage in der Umwelt verbleiben. Hinzu kommt: Tenside sind, selbst bei guter Abbaubarkeit, giftig für Wasserorganismen bis hin zu Fischen. Vermutlich jedes Kanalsystem hierzulande hat Lecks, sodass tensidhaltige Abwässer auch direkt in Böden und Gewässer gelangen. Je weniger du also in die Waschmaschine gibst, desto besser.
Mit der Umweltbewegung in den Achtzigerjahren gerieten Waschmittel erneut in den Fokus von Umweltschützern: Die immer komplexeren modernen Rezepturen enthielten phosphathaltige Wasserenthärter. Zahllosen überdüngten Gewässern drohte der Kollaps, viele kippten und wurden zu übel riechenden, giftigen Sümpfen – der öffentliche Aufschrei war groß. Auch dieses Mal griff der Gesetzgeber ein und gab einen Grenzwert vor. Das mittlerweile gestiegene Umweltbewusstsein der Verbraucher machte zudem „phosphatfrei“ zum wirksamen Werbeargument. Es ging nämlich auch ohne Phosphate. Doch auch viele Ersatzstoffe sind keineswegs unbedenklich.
Schon seit dieser Zeit gibt es modular aufgebaute Waschmittelsysteme, teils sogar Öko. Dem bequemen Trend zum Vollwaschmittel nach All-in-one-Prinzip setzten sie etwas Nachhaltiges und Umweltschonendes entgegen, einige davon noch heute. Schade nur, dass sich das Konzept bis heute nicht durchsetzen konnte. Grund genug also, etwas dagegen zu tun!!

Was unter Baukastenwaschmittel zu verstehen ist

Das System aus einzelnen aufeinander abgestimmten Komponenten besteht meist aus drei Grundbausteinen: Basiswaschmittel, Wasserenthärter und Fleckenentferner. Dazu gibt es häufig weitere, ebenfalls individuell dosierbare Zusätze. Hier gilt nicht das Motto „Viel hilft viel“, sondern Mitdenken ist gefragt. Aus mehreren einzeln erhältlichen Mitteln für verschiedene Zwecke, setzt du dir deinen individuellen Mix zusammen. Oder mischst gar nichts zu. Die Entscheidung triffst du, und zwar bei jeder Wäsche ganz gezielt und mit Bedacht.
Dabei legst du immer das Basiswaschmittel zugrunde. Viele Waschgänge mit kurz getragener Wäsche kommen allein damit gut aus. Bei Bedarf jedoch, kannst du für besondere Anwendungen weitere Pulver hinzu dosieren, genau so viel, wie eine gründliche Wäsche braucht und nicht mehr. Weil du auf diese Weise nichts Überflüssiges einträgst, reduzierst du die Gesamtmenge an schwer abbaubaren Stoffen im Abwasser. Vor allem ersparst du der Umwelt eine Überdosierung an Tensiden und Bleichmitteln.

Was nachhaltiges Waschmittel im Baukastensystem ausmacht

Das grundlegende Basiswaschmittel enthält kein Bleichmittel und tut auch bei höheren Temperaturen bis 60 °C seine Dienste. Farben werden dadurch geschont, Fasern nicht zusätzlich angegriffen. Besonders Baumwolle oder Leinen in Lieblingsfarben oder -mustern werden es dir danken! Die verwendeten Tenside zählen zu den gut abbaubaren und zugleich hochwirksamen ihrer Klasse. Außerdem verzichtet ein gutes Grundwaschmittel auf Füllstoffe, ganz wie die sogenannten Kompakt-Waschmittel. Die Color-Waschmittel sind keine nachhaltige Alternative, denn sie sorgen meist mit bedenklichen Farbübertragungshemmern dafür, dass Farbiges nicht abfärbt.
Je nach Region muss das Leitungswasser mehr oder weniger enthärtet werden. Denn hohe Wasserhärte aus schwer löslichen Erdalkalisalzen hemmt die waschaktiven Tenside. Ökologisch verträgliche Enthärter basieren auf Zeolithe bei stark reduzierten Phosphonaten oder Polycarboxylaten.
Das dritte Standbein ist für den Sonderfall gedacht: Ein Bleichmittel, auch als Fleckenentferner oder Fleckensalz bezeichnet, rückt eventuellen Flecken zu Leibe. Dies ist zum Beispiel in einem Haushalt mit Baby von Nutzen, bei häufig schmutziger Arbeitskleidung oder bleichbaren Flecken von grünen oder blauroten Pflanzenfarbstoffen (Gras, Rotwein, Beeren). Auch hier gibt es zu ätzenden Chlor- und giftigen Borverbindungen (Perborate) Alternativen, die mit Sauerstoff beziehungsweise Peroxid bleichen: Percarbonate plus Helfer.

Inwiefern du und die Umwelt davon profitieren

Die biologische Verträglichkeit haben wir schon ausführlich beleuchtet. Jedes Weniger hilft der angeschlagenen Umwelt: Konventionelle Waschmittel enthalten schwer klärbare, giftige Stoffe und Substanzen, die ökologische Gleichgewichte ins Wanken bringen. Einzeln dosierte Waschmittelzusätze aus dem Baukasten können den Chemie-Eintrag erheblich reduzieren, dies beschrieb das Öko-Institut in Freiburg schon zur Jahrtausendwende.
Mach auch du mit! Denn du schützt auch dich selbst vor Gefahren durch überschüssige Waschmittelreste. Je mehr Waschmittel verwendet werden, desto mehr der Substanzen bleiben trotz Spülgängen auf der Wäsche zurück. Daran solltest du denken, wenn jemand in deinem Umfeld Allergiker ist: Allergen wirken hier Duftstoffe oder Enzyme, also Eiweiße zum Abbau von Biomolekülen (Fette, Kohlenhydrate, Proteine). Berücksichtige dies auch, wenn du Textilien in Kontakt mit Lebensmitteln bringst, Dampfnudeln darin garst oder Geschirr damit abtrocknest.
Wusstest du außerdem, dass ein erheblicher Anteil schädlicher Stoffe von Waschmitteln im üblichen Hausstaub auftauchen?
Farb- und faserschonende Basiswaschmittel erhalten dir lange Freude an deinen Textilien. Wenn das nicht nachhaltig ist!

Aus welchen „Bausteinen“ unser Shop-Sortiment besteht

Wenn du dir die Listen der Inhaltsstoffe und die Gefahrenhinweise unserer Waschmittel-Bausteine anschaust und mit herkömmlichen Mitteln vergleichst, siehst du mit einem Blick, was wir meinen.
Unser Angebot besteht derzeit noch aus zwei Produkten, dem doridee Waschmittel und dem doridee fleckenfrei, also Basiswaschmittel plus Fleckenentferner, jeweils in einer Papprollen-Verpackung. Beides auch im preisgünstigen Kombi-Abo, der Waschmittel-Abo-Box, die auf Wunsch regelmäßig zu dir nach Hause kommt.
Umweltverträgliche, nicht-allergene Düfte zum Zusetzen werden folgen, wir arbeiten daran!


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1 Kommentar zu „Warum Baukastenwaschmittel eine richtig gute Idee ist“

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