Nachhaltig waschen für dich und die Umwelt

Richtig nachhaltig waschen – aber wie?

Sicher hat jeder schon einmal darüber nachgedacht, wie sich der eigene ökologische Fußabdruck verringern ließe.
Ob es der Verzicht auf das Auto oder die Umstellung auf eine vegetarische Ernährung ist, es gibt viele Möglichkeiten, die Umwelt zu schonen und dabei auch etwas für sich zu tun.
Ein Bereich, in dem allerdings viele Haushalte noch deutliches Potential zum Energie- und auch Geldsparen haben, ist die Wäsche.
Nachhaltig waschen ist nämlich nicht nur besser für die Natur, es kann auch den Energieverbrauch und damit die Stromkosten deutlich verringern. Und auch die Kleidung und sonstige Textilien können durch ein bewussteres Waschverhalten deutlich geschont werden. Dadurch kann auch ihre Lebensdauer deutlich verlängert werden. Umweltbewusstes Waschen ist somit in fast allen Bereichen rund um die Wäsche sinnvoll.
Die ersten Schritte sind außerdem einfach und verlangen fast keine Umgewöhnung, doch die Menge an eingespartem Co2 und Strom ist bereits nach einem Jahr beachtlich. Eine echte Win-Win-Situation für die Umwelt und den Haushalt!

Die richtigen Produkte

In jedem Jahr werden in Deutschland etwa 630.000 Tonnen an Waschpulver, Weichspüler und anderen Waschprodukten verbraucht. Auf jeden Einwohner umgerechnet ergibt das etwa 8 Kilogramm.
Diese Mengen an Produkten erzeugen neben Plastikmüll auch eine hohe Umweltbelastung. Leider gibt es bisher kein Produkt, dass völlig umweltfreundlich ist. Weder Waschbälle noch Naturprodukte kommen bisher der Waschleistung herkömmlicher Produkte nahe, welche aber fast alle eine gewisse Anzahl an umweltschädlichen Stoffen enthalten. Waschmittel sind fast nie biologisch abbaubar, schaden Organismen in Gewässern und reichern sich in Lebewesen oder der Natur an. Wer wäscht, schadet der Umwelt also unweigerlich. Trotzdem kann man mit ein paar Kniffen die Umweltbelastung der Produkte deutlich reduzieren.

Zunächst ist es wichtig, die Waschmaschine voll zu beladen um keine Energie zu verschwenden. Dann empfiehlt es sich, das Waschmittel streng nach Verschmutzungsgrad zu dosieren. Hinweise dazu finden sich meist auf der Verpackung, die zwischen einem leichten, normalen und starken Verschmutzungsgrad differenziert. Wer hier überdosiert, erreicht kein besseres Waschergebnis, sondern verschwendet das Produkt und steigert die Umweltbelastung. Um einzelne Flecken zu beseitigen, ist es auch empfehlenswert, das Waschpulver nicht etwa höher zu dosieren, sondern mit umweltfreundlichen Produkten einzelne Verschmutzungen vorzubehandeln.
Außerdem kann auch nach dem Härtegrad des Leistungswassers dosiert werden. Dieser ist bei den lokalen Wasserversorgungsunternehmen zu erfragen. Während weiches Wasser die geringste Menge an Waschprodukten erfordert, benötigt man bei mittlerem oder hartem Wasser deutlich mehr.
Außerdem ist ein Waschpulver für die Umwelt deutlich besser. Es belastet nämlich Kläranlagen deutlich weniger und verringert so den Energieverbrauch bei der Reinigung des Waschwassers. Hier empfiehlt sich die Nutzung eines Baukastensystems: Es bietet Basis-Waschpulver, Wasserenthärter und Bleichmittel getrennt voneinander an.
Je nach individueller Beschaffenheit der Wäsche können dann die einzelnen Komponenten so dosiert werden, dass der Verschmutzungsgrad, die Farbe und das Material der Wäsche optimal berücksichtigt werden.
Es ist hilfreich, sich beim Einkauf von Waschmittel an dessen Ergiebigkeit zu orientieren. Produkte, die sehr ergiebig sind, müssen nur gering dosiert werden. So kann weniger Produkt verwendet und trotzdem ein gutes Waschergebnis erzielt werden.
Außerdem trägt auch Weichspüler zu einer hohen Umweltbelastung bei. Dieser ist jedoch gar nicht unbedingt nötig.
Weichspüler hat aber auch nachteilige Auswirkungen auf Textilien: So können beispielsweise Handtücher deutlich schlechter Wasser aufnehmen, nachdem sie mit Weichspüler gewaschen wurden. Außerdem können sie durch beigefügte Duftstoffe Allergien auslösen.
Falls Weichspüler unverzichtbar ist, kann er häufig deutlich sparsamer dosiert werden. Stattdessen können spezielle Waschbälle oder einfache Tennisbälle im Wäschetrockner die Wäsche weich und geschmeidig machen, falls ein solcher genutzt wird. Auch eine Enthärtung des Waschwassers durch die eben genannten Komponenten kann harter Wäsche vorbeugen. Außerdem wird oft empfohlen, Zitronensäure oder Essig in das Wasser zu geben. Dies kann aber auf Dauer der Gummi-Dichtung der Maschine schaden und ist somit eher eingeschränkt zu empfehlen.

Zuletzt haben Verbraucher einen großen Einfluss auf den Markt. Wenn das Interesse an nachhaltigem Waschen steigt, müssen Hersteller Produkte entwickeln, die diesem Interesse entsprechen, um weiter Kunden an sich zu binden. Daher ist es hilfreich, sich schon heute für Produkte zu entscheiden, die zumindest eine geringere Umweltbelastung haben, frei von den schädlichsten Chemikalien sind und vielleicht sogar ohne zugesetzte Duftstoffe auskommen.
Damit wird Herstellern signalisiert, dass sich immer mehr Verbraucher für nachhaltiges Waschen interessieren und die Produktpalette wird sich deutlich erweitern.

Einfluss von Waschtemperatur und Waschhäufigkeit

Der Energieverbrauch einer Waschmaschine ist vorrangig von der gewählten Wachtemperatur abhängig. Denn die Waschmaschine heizt das Wasser zunächst bis zur gewählten Temperatur auf, um es dann für die Wäsche zu verwenden. Oft sind 60 Grad die voreingestellte Temperatur bei Waschmaschinen. Wer jedoch immer auf dieser hohen Temperatur wäscht, verbraucht nicht nur viel Energie. Auch Kleidung leidet unter sehr hohen Waschtemperaturen. Daher ist es empfehlenswert, auf das 30 oder 40 Grad-Programm umzusteigen. Moderne Maschinen erreichen auch bei diesen niedrigeren Temperaturen ein gutes und umweltfreundliches Waschergebnis. Nur einmal im Monat sollte mit 60 Grad gewaschen werden, um Keimen in der Kleidung und in Handtüchern vorzubeugen.
Kochwäsche sollte auf das absolute Minimum reduziert werden und nur bei ansteckenden Krankheiten oder ähnlichem eingesetzt werden.
In einem Modellversuch hat sich gezeigt, dass nachhaltig waschen sich im Stromverbrauch und der Co2-Bilanz deutlich niederschlägt. So erzeugten nachhaltig waschende Haushalte bis zu 118,7 Kilogramm weniger Co2.

Viele Waschmaschinen bieten außerdem Stromsparprogramme zur Auswahl. Diese dauern zwar deutlich länger, sind aber deutlich energieeffizienter und tragen so auch zum Stromsparen bei.

Außerdem ist das Vorwaschprogramm oft entbehrlich und führt nur zu einem höheren Verbrauch von Energie und Wasser.
Und auch die Häufigkeit von Wäsche kann oft reduziert werden. Viele Kleidungsstücke leiden unter zu häufigem Waschen. Es kann daher helfen, die eigenen Hygiene-Ansprüche zu überdenken und nicht jedes Kleidungsstück nach einmaliger Benutzung zu waschen. Oft hilft es gegen Geruchsbildung auch, Kleidung über Nacht in eine Tiefkühltruhe zu legen. Viele Kostümbildner empfehlen auch, unempfindliche Kleidungsstücke mit Alkohol zu besprühen. Das desinfiziert und beugt somit Gerüchen entgegen. Ausprobiert werden sollte dies aber immer erst an einer versteckten Stelle am Kleidungsstück. Mit diesen schonenderen Methoden bleibt auch Kleidung länger schön. Besonders synthetische Kleidungsstücke und elastische Fasern werden von zu häufigem Waschen so beansprucht, dass ihre Lebensdauer drastisch verringert wird.

Wie bereits angesprochen, ist es unerlässlich, die Waschmaschine bei jedem Waschgang optimal zu befüllen. So beugt man einer übermäßigen Energieverschwendung vor und muss außerdem seltener waschen als bei einigen nur halb befüllten Maschinen. Es ist jedoch wichtig, die Trommel nicht über das Maximum hinaus oder übermäßig dicht zu befüllen, da dies wieder einer guten Waschleistung entgegenwirken könnte. Die optimale Befüllung ist oft in der Anleitung der Waschmaschine aufgeführt. Als Faustregel gilt: Die Maschine ist voll, wenn die Wäsche mit ein wenig Druck in die Trommel hineinpasst.

Nachhaltig die Wäsche trocknen?

Der Wäschetrockner ist ein beliebtes Hilfsmittel, gerade, wenn es schnell gehen muss. Außerdem gibt es kaum ein schöneres Gefühl, als in weiche, frisch getrocknete Bettlaken zu schlüpfen. Leider verbraucht er aber auch viel Energie, die gar nicht nötig ist. Stattdessen kann man sich die Natur zunutze machen: Eine Wäscheleine oder ein Wäscheständer hilft, die Wäsche schnell zu trocknen und verbraucht keinerlei Energie. Das hilft nicht nur der Umwelt, sondern geht, gerade im Sommer, auch schnell, da durch eine hohe Außentemperatur das in der Wäsche enthaltene Wasser schneller verdunstet. Im Winter ist es wichtig, bei der Wäschetrocknung in Innenräumen oft und konsequent zu lüften, um einer erhöhten Luftfeuchtigkeit vorzubeugen.
Sofern der Verzicht auf einen Trockner keine Option ist, hilft es, wie auch beim Waschen, die Häufigkeit der Nutzung zu reduzieren und möglichst in einen Energiesparmodus umzuschalten. Synthetik beispielsweise trocknet oft deutlich schneller als Baumwolle, weshalb es sich empfiehlt, die Wäsche danach zu differenzieren und wirklich nur das im Trockner zu behandeln, was unbedingt elektrisch getrocknet werden muss.


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